Glühwürmchentanz: GLISS – Pale Reflections

glisshp

(photo & allrignts GLISS / Ólga Kowalski)

Schaurig schöne Shoegaze-Momente werden uns auf Pale Reflections, dem neuen Album der amerikanisch-dänischen Verbindung von
GLISS

präsentiert.

Mit ihrem letzten Werk Langsom Dans verzückten sie bereits mit einschmeichelnden Melodien, bunt gestreut wie Blumen auf einer Sommerwiese, wild, chaotisch, fröhlich – mit tanzenden Insekten, Bienen, Hummeln… und wenn die Sonne untergeht, stehen wir da uns schauen Aug in Aug mit den Glühwürmchen..

Es glitzert und leuchtet fein im Dunkeln, tanzende Lichter huschen lautlos auf uns zu und holen uns, ehe wir uns versehen und ehe es eine Möglichkeit des Entkommens gibt, ein.

Das Duo Victoria Cecilia & Martin Klingman sind Musikreisende, die neuen Stücke (wie auch das Video zu Mirrored) sind irgendwo zwischen Los Angeles und Berlin entstanden, ihre Musik „reflects the creative underbelly of both cities”, sie in eine Kategorie zu pressen, fällt angesichts ihrer Vielfältigkeit schwer.

Poppige Melodien in schwer bohrende Gitarren, die umhüllt von schwebend-eiskalten Synthiewellen umspült werden, Gesangsparts, die an Lush zu Hochzeiten erinnern (Come Back), trendige Basslines (Heartbeat) a la Psychedelic Furs, hier wird viel Gutes versammelt und dann im Überfluss über uns ausgeschüttet.

So haben wir hier kein typisch shoegaze-Album, sondern eines, das in seinem Spektrum weit darüber hinaus geht. Sounds aus den Achtzigern, den Neunzigern werden vermischt zu einer sehr persönlichen Melange, die vor allem dann funktioniert, wenn wieder einmal eine Überraschung die nächste jagt.

Jeder Song bietet Potential, dass schwer zu fassen ist. Selbst in ruhigeren Nummern wie dem verträumt angelegten Across The Sea schaffen sie es (wie hier durch gebrochene Pianoklänge) und einen schnuckelig-schunkeligen Refrain eine Eigenständigkeit und einen Wiedererkennungswert zu präsentieren, der in einer gerechteren Welt auf Millionen Sommermixtapes eine wunderbare Figur machen würde.

Das Leiden folgt auf dem Fuße, sehnsuchtsvoll und verlangend tönt Slow To The Kill und öffnet Teile deines Herzens und bringt Erinnerungen hoch, die Du lieber in ihrer dunklen Ecke versteckt gehalten hättest.

GLISS

machen einfach Spaß, auch mit
Pale Reflections
gelingt ihnen wieder eine tolle Platte.

Tragt in die Welt nun ihr Licht.

gliss

Come Back
Heartbeat
Time
Across The Sea
Slow To The Kill
Memories
Pale Reflections
Is She Coming Down
Mirrored
High & Low

° ° °

gliss.tv
gliss.bandcamp

95/100

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