(photo & allrights: SQUIRREL FLOWER / facebook)

Ich mach mir die Welt, widde widde wie sie wie sie mir gefällt…
Das ist nun einmal die Welt, auf der wir alle leben.
Das gibt es kein Entkommen und auch keinen Plan B.
Vielleicht hilft da aber die imaginäre Flucht auf den Planeten (i).
Dieser könnte eine Art Zufluchtsort von den tagtäglichen, vor den vom Menschen selbstgemachten kleinen und großen Katastrophen darstellen – so lange, bis Mensch wieder die Umwelt sich Untertan gemacht und auch die (neue Um-)Welt zugrunde gerichtet hat.

Nach ihrem letzten Album I Was Born Swimming dachte man, die musikalische Bandbreite von Ella O’Connor Williams alias

SQUIRREL FLOWER

einschätzen zu können.

Nun sind hier auf ihrem neuen, zweiten Album mit seinen 12 größtenteils bereits vor der großen schrecklichen Zeit in knapp mehr als eineinhalb Jahren entstandenen Songs einige feine Nuancen an Wechselstimmung und Perspektiverweiterung hinzugekommen.
Sie tönt weiterentwickelt und irgendwie erneuert, wie sie auch gleich im Einstiegssong in ihr neues Album zu hören bringt: I am newer than before.

Debei hat sich zum Glück ihre musikalische Grundhaltung nicht bedeutend verändert. Gitarre, Bass, Schlagzeug, fast alles scheint hier oftmals wie in Zeitlupe vor sich hin zu fließen, langgezogen, gestaffelt, dann zusammengeschoben. Zwischen Angst und Zuversicht pendeln ihre Hymnen, in denen Liebeskummer wie Zerstörung unseres Lebesnsraums thematisch aneinandergereiht werden.

Jedoch ist ihre Entwicklung gewissermaßen ein Growing up in der Zwischenzeit bemerkenswert, ihr Mut, ihre Herangehensweise an die Themen des Werkes zeugen nicht von Angst oder der Möglichkeit einer Flucht sondern dem direkten Sich-Stellen, dem begegnen, was das Leben einem liefert. Herausforderungen begreifen und Lösungen erarbeiten. Im kleinen Rahmen wie im großen. Im persönlichen wie im globalen Bereich.

Ihre gesanglichen Möglichkeiten breiten sich nun aus wie ein Laken am Strand, die allgegenwärtigen Sounds, die die Vergangenheit in die Gegenwart transferieren werfen Licht und Schatten.

Planet (i)
ist ein im allgemeinen eher stilles, gereiftes, melancholisches aber auch hoffnungsfrohes Werk mit all seinen Facetten die ein kleines, feines, wachsendes Pop-Album ausmachen.
Zwischen Qual und Toleranz, Ruhe und Nostalgie, Erinnern und Vorausschauen.
Zwischen Ruhe und dynamischem Lärm ist alles vertreten. Selbstbewußt und dennoch mit vor Stauenen aufgerissenen Augen, Unglaube und Vorschlägen für eine andere Welt.

SQUIRREL FLOWER

hat hier die Art mit ihren Ideen umzugehen und diese dann entsprechend in Songs zu bearbetiten perfektioniert, ist weitblickend, feinfühlig und emotional, bedrängend, motiviert.
Eine durchweg beeindruckende Widerspiegelung und Bearbeitung unserer Welt in einem ganz eigenen Kosmos.



91/100

SQUIRREL FLOWERPlanet (i)
Full Time Hobby, 25.6.2021

I’ll Go Running
Hurt A Fly
Deluge In The South
Big Beast
Roadkill
Iowa 146
Pass
Flames And Flat Tires
To Be Forgotten
Desert Wildflowers
Night
Starshine


Hier bei Stereogum findet ein wunderbares Gespräch mit Ella.

° ° °

in english:

Chansons and disasters
I make the world, widde widde as I like it…
This is the world we all live in.
There is no escape from it and no plan B.
But maybe the imaginary escape to the planet (i) helps.
This could represent a kind of refuge from the daily, from the small and large catastrophes made by man himself – until man has again made the environment his subject and has also ruined the (new) world.
After her debut album I Was Born Swimming, it was thought that the musical range of Ella O’Connor Williams alias
SQUIRREL FLOWER
to be able to estimate.
Now here on her new, second album with its 12 songs mostly already written before the great terrible time in just over a year and a half, some subtle nuances of change mood and broadening of perspective have been added.
She sounds more developed and somehow renewed, as she also brings to hear immediately in the opening song to her new album: I am newer than before.
Fortunately, her basic musical approach has not changed significantly. Guitar, bass, drums, almost everything here often seems to flow as if in slow motion, drawn out, staggered, then pushed together. Their hymns oscillate between fear and confidence, in which heartbreak and destruction of our living space are thematically strung together.
However, their development is, so to speak, a growing up in the meantime remarkable, their courage, their approach to the themes of the work do not testify to fear or the possibility of escape but to the direct facing, to meet what life delivers to you. Grasping challenges and working out solutions. On a small scale as well as on a large scale. In the personal as in the global.
Their vocal possibilities now spread out like a sheet on the beach, the omnipresent sounds transferring the past into the present casting light and shadow.
Planet (i)
is a generally rather quiet, mature, melancholic but also hopeful work with all its facets that make up a small, fine, growing pop album.
Between agony and tolerance, calm and nostalgia, remembering and looking ahead.
Between calm and dynamic noise, everything is represented. Self-confident and yet with eyes wide open in amazement, disbelief and proposals for another world.
SQUIRREL FLOWER
has perfected here the way of dealing with her ideas and then accordingly to bearbetiten in songs, is farsighted, sensitive and emotional, distressing, motivated.
A consistently impressive reflection and processing of our world in a very own cosmos.

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