Wieder so eine Band, die für mich aus dem Nichts auftauchte, ohne Ankündigung.
Ich kann mich nicht einmal erinnern, wie ich ihrer gewahr wurde.

Gleich zu Beginn Ihres wunderbaren Albums
Knows No Kindness
tönen die Kanadier für mich wie die Bangles oder gar frühe REM und beschwören so vergangene aber nie vergessene Zeiten. Die Zeit, die man weder anhalten noch zurückdrehen kann, die man sich zurücksehnt, die aber in der Realität inzwischen alles verändert hat.
Man könnte meinen, ein gewisser Hang des Autoren zu Melancholie und Kitsch schwingt in dieser eingebildeten Erinnerung mit. Nicht ganz falsch, aber hört doch mal diese leise Phase des Eröffnungssongs ganz am Ende… Wunderbar. Und schon ist ein Herz gewonnen.
Sängerin Melanie St-Pierre hat diese Art, mit durchaus gehaltvollen und das eigene Heranwachsen aufarbeitenden Texten die Hörer um den Finger zu wickeln.

Mit ihrer erfrischenden Songgestaltung sprudeln ihre Ideen, ihre Lyrics, ja, ihre Instrumente perlend wie ein lecker gekühltes Glas Frizzante im Schein der Wintersonne und verbreiten Wärme und Nähe. So gewinnt man Fans. So wird das Album schnell zum Liebling und landet schließlich mit Recht auf einem 20. Platz der Abrechnung.

Mit ihrer offenbar angeborenen Leichtigkeit spielen sie sich mit Bässen a la New Order und Akkorden a la Eskobar, Gesang wie eine Mischung aus Alice Phoebe Lou und Julien Baker (um den Singer-Songwriter-Aspekt in ihrer Musik zu berücksichtigen bzw mit Namen zu bestücken) bohren sich ihre Refrains schnell und mit zunächst kaum erahnten Widerhaken in unser Gedächtnis.
Dabei geht es nicht immer rein melodiös zu, gern galoppiert man mal mit Tunnelblick voran wie im abrupt endenen überraschenden Ouija.
Bevor es dann mit einem grandios pompösen Witness weitergeht und die Zuneigung zu dieser Band mit jedem Ton, mit jedem Hören größer und größer wird.
Es ist eine Mischung aus Indie-Folk-Songs mit Wiedererkennungswert, psycho-Gothic-Momenten und stillen, in sich gekehrten Liedern. Gerade gegen Ende von
Knows No Kindness
ist es in stillerer, akustischer Ruhe um uns geschehen.
Ein Ritt in variierender Geschwindigkeit durch punkig-angehauchtes Liedgut, hittauglichen Attitüden inmitten folkig-countryeskes Abschnitten – eine großartig gelungene, sympathisch und authentisch anmutende Mischung dieser hoffnungsvollen Künstler.
Hope for more to come.
Soon.
° ° °
92/100

CASPER SKULLSKnows No Kindness
Next Door Records, 12.11.2021

Tommy
Thesis
Ouija
Witness
Rose Of Jericho
Proem
Knows No Kindness
Monument
The Mouth
Stay The Same

// in english:

With a smile

Another one of those bands that came out of nowhere for me, without any announcement.
I can’t even remember how I became aware of them.
Right at the beginning of your wonderful album
Knows No Kindness
the Canadians sound to me like the Bangles or even early REM, evoking times past but never forgotten. The time that you can neither stop nor turn back, that you long for, but that in reality has changed everything in the meantime.
One could think that a certain tendency of the author to melancholy and kitsch resonates in this imaginary memory. Not entirely wrong, but listen to that quiet phase of the opening song at the very end…. Wonderful. And already a heart is won.
Singer Melanie St-Pierre has this way of wrapping the listener around her finger with thoroughly substantial lyrics that deal with her own growing up.
With her refreshing song design, her ideas, her lyrics, yes, her instruments sparkle like a deliciously chilled glass of Frizzante in the glow of the winter sun and spread warmth and closeness. That’s how you win fans. Thus, the album quickly becomes a favorite and lands on a 20th place (Best Albums Of The Year) billing, and rightly so.
With their apparently innate ease they play themselves with basses a la New Order and chords a la Eskobar, vocals like a mixture of Alice Phoebe Lou and Julien Baker (to take into account the singer-songwriter aspect in their music, respectively, with names) drill their choruses quickly and with initially hardly imagined hooks in our memory.
It’s not always purely melodic, sometimes they canter forward with tunnel vision like in the abruptly ending surprising Ouija.
Before it continues with a grandiose splendid
Witness and the affection for this band grows with every note, with every listen.
It’s a mixture of indie-folk songs with recognition value, psycho-gothic moments and quiet, introspective songs. Especially towards the end of
Knows No Kindness
it’s quiet, acoustic silence that does it for us.
A ride in varying speed through punky-tinged songs, hit-ready attitudes amidst folky-countryesque sections – a superbly successful, likeable and authentic mixture of these hopeful artists.
Hope for more to come.
Soon.

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