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(photo & allrights: CONOR O’BRIEN / Rich Gilligan / Domino)

° ° °

Ein wenig verschroben waren sie, die früheren Werke von Mastermind Conor O’Brien. Die ich wirklich sehr gern mag. Sehr.
Sie lebten von seiner Stimme und einer fast minimalistischen Klarheit, die die Songs umwob. Mal abgehoben und schräg, nie aber überladen, nie anstrengend.
Und das ist genau das, was am neuen Album der

VILLAGERS

ganz enorm stört.
Man muss sich berieseln lassen von viel zu oft unschlüssig wirkendem Beiwerk.

Vielleicht habe ich diese Fortentwicklung nicht verstanden, kann sein.
Jedenfalls wirkt
The Art Of Pretending To Swim
im Gegensatz zu den fast durchweg positiven Kritiken unausgegoren und von ihren vielen Zutaten her fast banal, klanglich austauschbar.
Liest man Kritiken, ist dies eine tolle Fortentwicklung und ein großer Wurf.
Ich weiß nicht, ich weiß nicht.

Gleich zu Beginn kommt man mit Again in den zweifelhaften Genuss eines wortlichen Einwurfs in göttlichem Umgeb.

Das folgende A Trick Of The Light soult-schmachtet schamlos in rührigem Schlagzeug, ein wenig Air, ein wenig 10CC.

Sweet Saviour könnte ein tolles Stück sein, wäre da nicht der nervig-lieblose Drummaschinen-Hintergrund, der alles überdeckt, letzten Endes aber wegen seiner gefühlten Lieblosigkeit sprachlos macht.
Der Ausflug in Simply Red-Gefilde wirkt überflüssig und war schon im Original wenig inspirierend, leider.

Ok. Long Time Waiting. Es blubbert über Piano.
Es wird zusammengeschustert, was nicht zusammenpasst, wirkt daher ein wenig farblos. Wobei man die Inspiration dem Künstler gar nicht absprechen möchte.
Irgendwie knarzt es zwischendurch störgeräuschig.
Hmpfn.

Ja, Fool möchte man ihm zurufen.
Das ist endlich mal ein klares Ding oder gepimptes Gestampf gleich zu Beginn. Es soul-t weiter, macht aber nichts weil hier das Umfeld passt und O’Brien einfach das macht, was er am besten kann: Geschichten erzählen.
Er holt weit aus, ja.
Ja, verziehen.

Love Came With All It Brings bläsert sich um uns, eingesampelte Stimmen die tönen wie die eines grippekranken Opernsängers. .tut mir leid, die nerven einfach.

Real Go-Getter piept und plongt, ich frage mich langsam wirklich was das soll.

Hold Me Down.. soll mich wohl irgendwie bei der Stange halten.. ok.
nettes Stückchen.

Der Abschluss. Ada.

° ° °

62/100

sind immerhin 62 von Hundert, für

VILLAGERS

ist das aber eine Enttäuschung.

Und sicher werde ich dieses Album von allen Veröffentlichungen der Band am wenigsten häufig hören.

Macht mich nicht an. Ich bleibe wortlos zurück.

° ° °

VILLAGERSThe Art Of Pretending To Swim
Domino, 21.9.2018

Villagers_TAOPTS_LP-300dpi.jpg

Again

A Trick of the Light
 Sweet Saviour
Long Time Waiting
Fool
Love Came With All That It Brings
Real Go-Getter
Hold Me Down
Ada

 

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