(photo & allrights: PINCH POINTS / Bandcamp)



Und ich sage noch, spiel nicht mit den Schmuddelkindern.
Und ich sage noch, Punk is not dead.
Das haben andere auch schon gesagt.
Manche sagen, andere tun.

PINCH POINTS
tun auf ihrem neuen Album, genau das, das richtige, wie gehabt.
Ein hüskerdüscher Andrang, ein Druck, ein Pressen, egal, wie schief es liegt, raus muss es, raus. Also kommt schon.

Process
heißt es, und alles ist im Fluß.
Alles bewegt, alles bewegt sich. Wir sind bewegt, werden bewegt, beeindruckt.
Solche Musik ist es, die einem schon im Morgengrauen das Frühstück aus der Fresse fliegen lässt, aufrüttelt, schüttelt, sich im Kreise bewegt, schreitet.

So beginnt Album Nummer Zwei laut. Schreiend.
Erschreckend, überraschend, der Moment, in dem sich die Nadel senkt.
I get anxious. I get anxious.
Zu Recht.
Schaut man sich um in der Welt, wird einem kotzübel und oft muss man den Blick gar nicht in ganz weiter Ferne lenken, um ordentlich Scheiße schreien zu müssen.

Sie haben versucht, ein wenig zu experimentieren. Den Klang, den Sound, Variation, bla bla. Und zum ersten Mal mit einem Produzenten im Studio.
Was nicht immer einfach war, mal das Ruder ein wenig aus der Hand zu geben.
Aber bereichernd, und saucool, letzten Endes.

Das klingt oft brutal, kommt direkt, angespannt, schnörkellos und voller Kraft auf uns zu und ein Beiseitespringen scheint oft sinnlos – oder einfach nicht notwendig. Weil hier eine Riesenportion Laune verbreitet wird, die zwar ohne Blatt vorm Mund direkt zum Punkt kommt, dabei aber jede Menge Frohsinn und Hoffnung verbreitet.

Hier wird nicht nur gemeckert, hier wird gewettert und hier werden Unanständigkeiten bemängelt, nicht um zu meckern sondern um unter anderem andere Möglichkeiten und bessere Vorgehensweisen aufzuweisen.
So prangern sie Gewalt gegen Jedermann genauso an wie sie dafür plädieren, auf sich selbst zu achten (Take a deep breath) und wert zu schätzen

I know the world is fucking crap
But you didn’t cause that –
So give yourself a hug.
You’re more than what you think you are


Kommt das dann im vielstimmigen Chorus wie in Am I Okay lässt das Erinnerungen an den Elan liebgewonnener Protestbands aufleben.
Dabei hängen sie keineswegs einer Vergangenheit hinterher sondern sind brandaktuell.

Wenn das einzige, was den Menschen um Kontrolle zu behalten, ist, Klopapier zu horten, dann tun sie das.

Nicht anders als überall auf der Welt wütete die Pandemie und es fällt schwer, die hier zu hörenden Songs gänzlich davon losgelöst zu betrachten. Trotzdem finden sie immer einen Ausweg, weisen darauf hin, dass man selbst viel mehr ist, als das kleine Zahnrad im System, vor allem für Menschen, denen man etwas bedeutet.
So sollen wir in all der unansehnlichen Welt doch irgendwo noch etwas positives sehen, etwas, was das Leben lebenswert und zu dem macht,
So schwer es ist, in dieser unrealen Zeit, dieser abgefuckten Welt etwas Positives für sich zu finden, ist es doch die Gewißheit, dass es voran geht, das wir das raus kommen (irgendwie und irgendwann) und das es Menschen gibt, für die das was man tut von Belang und Interesse ist.

° ° °

90/100

PINCH POINTSProcess (18.3.2022)

Reasons To Be Anxious
Stock It
Copper
Am I Okay?
Haruspex
Virga
King Rat
Kompromat
Capital
Relentlessly Positive


° ° °

// in english:

Time for PINCH POINTS

And I still say, don’t play with the grubby kids.
And I still say, punk is not dead.
Others have said that, too.
Some say, others do.
PINCH POINTS
do on their new album, exactly that, the right thing, as usual.
A hüskerdüscher rush, a pressure, a pressing, no matter how crooked it is, out it must, out. So come on.
Process
it’s called, and everything is in flux.
Everything is moving, everything is moving. We are moved, moved, impressed.
It’s music like this that makes breakfast fly out of your face at the crack of dawn, shakes you up, shakes you around, moves you in circles, strides you.
So their album number two begins loudly. Screaming.
Startling, surprising, the moment the needle lowers.
I get anxious. I get anxious.
Rightly so.
If you look around in the world, you get sick to your stomach, and often you don’t even have to look very far away to scream proper shit.
You tried to experiment a little bit. The sound, the tone, variation, blah, blah. And for the first time with a producer in the studio.
Which wasn’t always easy, to take the helm a little bit.
But enriching, and super cool, in the end.
It often sounds brutal, comes at us direct, tense, straightforward and full of power, and jumping aside often seems pointless – or simply not necessary. Because here a huge portion of mood is spread, which comes straight to the point without mincing words, but at the same time spreads a lot of cheerfulness and hope.
Here is not only grumbled, here is railed and here is criticized indecencies, not to grumble but to show among other things other possibilities and better procedures.
So they denounce violence against everyone just as they plead to pay attention to themselves (Take a deep breath) and to value.
When this comes in a polyphonic chorus like in Am I Okay, it brings back memories of the verve of beloved protest bands.
At the same time they are not at all hanging behind a past but are brand-new.
If the only thing people do to maintain control is to hoard toilet paper, then that’s what they do.
Not unlike everywhere else in the world the pandemic raged and it is hard to consider the songs heard here completely detached from it. Still, they always find a way out, pointing out that you are much more than the little cog in the system, especially to people who care about you.
So in all the unsightly world we should still see something positive somewhere, something that makes life worth living and that,
As hard as it is to find something positive for oneself in this unreal time, this fucked up world, it is the certainty that things are moving forward, that we will get out of this (somehow and sometime) and that there are people for whom what one does is of concern and interest.

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